Klangdala – Klingendes Mandala

Eine Freude und eine Ehre – am vergangenen Wochenende durfte ich die Rosenmesse in Königsberg mit einem begehbaren Mandala, dem Klangdala, bereichern. Und diese Erfahrung hat auch mich bereichert. An einem so besonderen, zauberhaften und geschichtsträchtigten Ort ein bisschen schamanischen Zauber zu versprühen und damit auch ein bisschen Heilung und Wandlung in Form von Dankbarkeit an einen wundervollen Platz tragen zu dürfen.

Das gesamte Mandala hatte einen Durchmesser von 7-8 Metern und war damit sehr gut begehbar. Idee und Aufbau entsprachen einem Ritual – einem Gebet. Die Besucher wählten einen Stein und formulierten einen Wunsch, den sie aus dem Kopf holten, indem sie ihn schwarz auf weiß auf ein kleines Kärtchen schrieben. Mit Kärtchen und Stein betraten sie das Mandala und durchschritten die verschiedenen Ebenen.

Die erste Ebene, der äußerste Kreis bestand aus 8 Steinen – 4 schlichten und 4 sehr schönen, großen Kristallen, die in die 4 Himmelsrichtungen ausgerichtet waren. Vor ihnen verneigte man sich innerlich und bat somit die Spirits der 4 Winde um ihre Unterstützung, den Wunsch zu tragen. Auf der nächsten Ebene folgten die Klangbäume, die dem Element Luft gewidmet waren. Sie zu streichen und zum Klingen zu bringen, sollte nicht nur ein wenig Stille und Achtsamkeit wecken, sondern auch das entsprechende Gehör verschaffen. So betrat man den nächsten Kreis aus Ästen und Schiefer, der dem Element Erde zugeordnet war. Sich seiner Schritte bewusst werden, der großen Mutter Erde, die uns trägt und behütet.

Flusssteine und Sand, vom Wasser liebe- und mühevoll glatt gestrichen, bildeten den Kreis der Dankbarkeit, dem Element Wasser zugeordnet. Als Geste des Dankes suchte man dort intuitiv eine Stelle, an der man seinen Stein niederlegte – seinen Teil in das große Ganze trug. Dann trat man an die Mitte, in der ein kleines Feuer brannte. Dieses letzte Element sollte nun helfen, den Wunsch zu transformieren und in den Himmel zu tragen.

Was mich sehr beeindruckt hat, war die Kraft die dieses Mandala entfaltete – und zwar nicht auf eine spritituell abgehobene Art und Weise. Das Feld war offen und stark, dennoch ganz zwanglos und entspannt, einladend für Jedermann. Unzählige Kinder sprangen vergnügt darin herum und spielten mit den Klangbäumen, ebenso liefen verwunderte Besucher hindurch. Und ohne das dabei ein Gegensatz entstand, gingen auch Menschen mit teilweise sehr schweren Schicksalen in den Kreis und zelebrierten ein kraftvolles Ritual.

Teilweise war ich schon ein bisschen traurig über die Achtlosigkeit, wie Menschen mit so etwas umgehen – Erwachsene. Aber das ist auch ein bisschen der aktuelle Zeitgeist. Und vielleicht war es meine Aufgabe, diese Menschen ein wenig anzustupsen und darauf aufmerksam zu machen – wer weiß, was hier alles angestoßen wurde…

Das ist es, was ich liebe, was ich für wahre Spritualität halte: nichts entfremdetes, nicht entrücktes, sondern etwas ganz unaufgeregtes, ein besonderer Zugang, der in unserem Alltag Platz zum Entfalten findet.

„Musik beginnt nicht mit dem ersten Ton, sondern mit der Stille davor. Und sie endet nicht mit dem letzten Ton, sondern mit dem Klang der Stille danach.“

Giora Feidman

No Comments

Leave a Reply

Newsletter abonnieren (Jederzeit wieder abbestellbar)

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen