Qi Gong an der Grundschule Pressig

Ein fröhliches „Amitofo“ schallt ein Chor an Erstklässlern, die sich lächelnd voreinander verbeugen: ein Hauch China hat Einzug in der Grundschule Pressig und Rothenkirchen gehalten. Spielerisch mit kleinen Geschichten und Bewegungsübungen führe ich die unterschiedlichen Klassen an das Qi Gong heran, welches Ruhe und Konzentration fördern, Selbstwahrnehmung und Körperbewusstsein stärken und dabei Entspannung wie neue Energie schenken soll. Eine Erfahrung, die nicht nur mir sondern auch Lehrern und Schülern sichtlich Spaß bereitet hat.

In erster Linie sind es Erwachsene, die meine Kurse und Qi Gong-Stunden besuchen – und die leiden meist bereits unter stressbedingten Beschwerden, Rückenproblemen, Erschöpfung. Sich selber spüren, neue Kraft tanken, körperlich wie geistig entspannen und sich dabei zu lockern und Blockaden zu lösen, sind Wirkungen der alten Bewegungskunst, die hier sehr hilfreich sein können. Doch die Idee des Qi Gong ist ursprünglich ja präventiv – es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Entsprechend ist es ein wundervoller Ansatz, schon Kindern die Möglichkeit zu bieten, Qi Gong für sich zu entdecken.

Mit einer kleinen Geschichte über die Bedeutung von Qi Gong, die „unbesiegbaren“ Shaolin-Mönche aus China und deren Geheimnis, sich vieles aus der Natur und besonders von den Tieren abzuschauen, sollen die Phantasie und Neugier geweckt werden. Entsprechende Übungen gehen ganz spielerisch an die späteren Qi Gong-Formen heran und enthalten Bewegung ebenso wie Momente der Ruhe.

So dürfen die Kinder nach einer höflichen Verbeugung erst einmal Ärger und Stress nach außen bringen, abschütteln und herausschreien, um dann gelöst in einen Moment der Ruhe einzutauchen. Ruhe und Kraft z.B. sind auch die Merkmale des Bären, den wir nun aus dem Winterschlaf wecken, der sich räkelt und streckt, um dann ein Bad zu nehmen und sich an den Bäumen reibt. In all diesen spielerischen Bewegungen stecken Dehnübungen und bereits erste Qi Gong-Formen. Es ist wichtig, die Kinder hier ganz locker und ohne Frust zu begeistern, damit sie auf diesem Weg vielleicht ganz ungezwungen die heilsame Kraft der Stille für sich entdecken können – auch wenn diese am Anfang nur ein paar Sekunden dauert.

Mit der Zeit lassen sich so Rituale entwickeln und Entspannung bzw. Ruhe konditionieren, auf den Schulalltag übertragen und in kleinen Auszeiten und Bewegungspausen nutzen.

Was kann Qi Gong für Schülerinnen und Schüler bewirken?

  • Lockern und Lösen der Muskulatur und Gelenke um Verspannungen abzubauen, Muskulatur zu stärken und allgemein die Haltung zu verbessern.
  • Selbstwahrnehmung durch gezieltes Fühlen und Spüren in Einzel- wie Partnerübungen
  • Sensibilisierung durch achtsame, nach innen gerichtete Selbstbeobachtung und Fühlübungen
  • Entspannung und Konzentration durch Ruheelemente, Phantasiereisen und langsame Bewegungen
  • Koordination und Gleichgewicht durch entsprechende Übungen und Formen, die z.B. auf einem Bein stehend ausgeführt werden
  • Ausgleich von linker und rechter Gehirnhälfte durch entsprechende Bewegungen und kinesiologische Übungen, die Lernprozesse unterstützen können
  • Neue Wahrnehmung der Natur durch respektvolles Nachahmen und Einfühlen in die Tier- und Pflanzenwelt

 

Einen herzlichen Dank an die Grundschule Pressig und Petra Scherbel für die Einladung, ebenso an Martina Müller für die Bilder! Mehr Infos auch unter www.schule-pressig.de

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